AirPods Pro

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Vor circa zwei Woche trafen bei mir die AirPods Pro ein. Welche Erfahrungen ich mit Apples neuen Kopfhörer gemacht habe, könnt ihr hier nach lesen.


Die erste Generation der Apple AirPods trage ich fast täglich im Ohr. Sei es zum Gassi gehen mit dem Hund oder beim auf der Couch liegen und YouTube schauen. Diese Dinger sind nicht mehr aus meinem Ohr zu kriegen. Ich nutze sie sehr häufig, doch war die zweite Generation mir nie ein Upgrade würdig, zu minimal erschienen mir die Änderungen. Bei den AirPods Pro bin ich da andere Meinung. In meinem Fazit nach einem Jahr AirPods schrieb ich:

Für eine zweite Generation würde ich aber gerne noch zwei Dinge sehen. Zum einen wären andere Farben ein “nice to have” und eine an- und abschaltbare Geräuschunterdrückung ein muss für mich.

AirPods: Mein Fazit nach einem Jahr

Die Geräuschunterdrückung schaffte es nicht in die zweite Generation der AirPods, sondern in die Pro-Variante, die Apple am 30.10.2019 per Pressemeldung zum Verkauf freigab.

Lieferumfang

  • AirPods Pro
  • Kabelloses Ladecase
  • Silikontips (drei Größen)
  • Lightning auf USB‑C Kabel
  • Dokumentation

Der Lieferumfang der AirPods Pro ist zu großen Teilen Apple-Standard. Was jedoch aus dem Lieferumfang heraus sticht, ist das Lightning auf USB‑C Kabel sowie die Silikontips. Die Silikontips werden in drei verscheiden Größen angeboten, damit die AirPods perfekt in euren Ohren sitzen. Ich finde gut das Apple hier nicht den Weg des “one size fits all” Silikontip gegangen ist. Das Lightning auf USB‑C Kabel war für mich die größte Überraschung. Denn bis jetzt wurden nur die neuen iPhones mit dieser Art von Kabel ausgeliefert und lässt vermuten, dass das Lightning auf USB‑A Kabel langsam aber sicher verschwindet.

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Klang

Die aktive Geräuschunterdrückung der AirPods Pro finde ich sehr gut, doch nicht Vergleichbar mit einem Paar Over Ear Kopfhörer von Bose oder Sony. Die AirPods Pro lassen die Umgebungsgeräusche eher in den Hintergrund verschwinden und dämpfen sie dabei. Ein vorbeifahrendes Auto zum Beispiel wird nur noch minimal wahrgenommen, wohin gegen bei den AirPods der ersten Generation bei mittlerer Lautstärke fast nichts mehr zu verstehen war. Ihr dürft also nicht erwarten, dass die AirPods Pro euch komplett von eurer Umwelt abschirmen. Sobald aber eure Musik oder euer Podcast läuft, bekommt ihr nur noch wenig von eurer Umwelt mit.

Die Geräuschunterdrückung wird wie bei anderen Noise Cancelling Kopfhörer auch, durch Antischall erzeugt. Das heißt das äußere Mikrofon erkennt Geräusche und errechnet dann einen “Gegen-Geräusch”, dass der Kopfhörer dann abspielt. Die AirPods Pro passen diesen Antischall 200-mal die Sekunde an.

Wer gerne etwas von seiner Umgebung mitbekommen möchte, für den gibt es den Transparenzmodus. Bei diesem Modus nehmen die äußeren Mikrofone die Umgebungsgeräusche auf und geben sie über die Kopfhörer wieder. Dabei hört man ganz deutlich, dass der H1-Chip nicht zwischen allen Geräuschen Differenzieren kann. Deutlich höre ich das an meiner Jacke. Das Geräusch welches erzeugt wird, wenn die Arme am Körper reiben wird, von den AirPods im Transparenzmodus so stark verstärkt, dass es sich wie das Rauschen des Meeres anhört. Ansonsten ist der Transparenzmodus sehr gut und zu empfehlen, wenn ihr nicht komplett von eurer Aussenwelt abgeschottet werden möchtet. Ohne den Transparenzmodus kann man die AirPods meiner Meinung nach nicht in den Ohren behalten und sich unterhalten.

Kommen wir jetzt zum Klang der AirPods Pro. Diesen empfinde ich im Vergleich zur ersten Generation sehr viel besser und dies ist nicht nur dem In-Ear-Design geschuldet. Der Bass ist mehr und auch die Differenzierung zwischen Mitten und Höhen findet besser statt. Ich bin auf keinen Fall Audiophile. Doch ich kann zwischen guten und schlechten Klang unterscheiden und weiß guten Klang auch zu schätzen. Ich mochte den Klang der ersten AirPods und finden den Klang der AirPods Pro eine gelungene Weiterentwicklung.

Design & Passform

Dem In-Ear-Design stand ich am Anfang extrem skeptisch gegenüber. Ich hatte schon einige paare an In-Ear-Kopfhörer. Doch keiner dieser In-Ear-Kopfhörer konnte ich je ohne schmerzen tragen. Ganz anders sitzen da die AirPods Pro in meinen Ohren. Die Silikontips sind nicht, wie die herkömmlichen Aufsätze die man sonst so findet. Den Mechanismus den Apple hier einsetzt, unterscheidet sich dahingehend das an dem Ohrhörer selbst kein Plastikteil in den Aufsatz ragt. Dadurch sind die Apple Silikontips zu 95 % flexible und könnte sich so gut an dein Ohr anpassen.

Auch den Druck den man bei vielen In- oder Over-Ear Kopfhörern durch die Geräuschunterdrückung hat, ist bei den AirPods nicht existent. Es gibt einen eingebauten Luftkanal durch den ihr keinen Druck auf euren Ohren bekommt. Ein sehr unterschätztes Feature.

Das Design der AirPods Pro hat sich im Vergleich zur ersten Generation auch verändert. Der Stängel ist kürzer und der Kopf etwas größer. Auch die Anordnung der Sensoren und Mikrofon wurde bei den AirPods Pro anders gelöst. Die Pros haben am unteren Ende des Stängels keine Öffnung mehr für die Mikrofone, auch die Gitter sind feiner. Im Ganzen wurde die vielen kleinen Öffnungen zu zwei großen zusammengefasst.

Das Lasecase hat sich in seiner Größe kaum geändert. Es wurde nur um 90 Grad gedreht. Die Dicke ist gleich geblieben nur in der Höhe ist es etwas gewachsen. Dadurch das jetzt die Breite Seite die Öffnung ist, lässt sich das Case nicht mehr so leicht öffnen. Das Case liegt allgemein schlechter in der Hand. Auch die Klappe zum Öffnen des Case hat sich geändert. Gefühlt sind die Magnete nicht mehr so stark und auch das Gefühl beim öffnen und schließen klickt nicht mehr so. Auf keinen Fall ist das Gefühl schlecht, aber anders. Und wenn man fast zwei Jahre jeden Tag von dem Gefühl der AirPods der ersten Generation begleitet wurde, muss sich erst einmal an das neue Gefühl gewöhnen.

Mit dem neuen Design wurden die AirPods nun auch IPX4 Zertifiziert. Das heißt für euch das Die AirPods vor Schweiß und Wasser Geschütz sind. Ein lauf im Regen sollte euren AirPods genauso wenig anhaben wie ein schweißtreibendes HIT.

Bedienung

Die Bedienung der AirPods Pro hat Apple an einigen stellen über den Haufen geschmissen, was ich gut finde. Aber fangen wir von vorne an. Das Koppeln der AirPods Pro geht genauso leicht von der Hand wie bei den vorherigen Versionen. Ihr öffnet das Case und entsperrt euer iPhone und schon schlägt euch iOS vor die neuen AirPods zu koppeln. Neu ist eine kleine Einführung beim ersten Koppel, die euch die neuen Features der AirPods Pro näher bringt.

Die Gesten für die Musiksteuerung haben sich bei den AirPods Pro geändert. Ihr müsst nicht wie vorher auf eurer Ohr Klopfen, sondern nun den Stängel drücken. Dort ist aber keine Typischer Taster verbaut, sondern ein Drucksensor. Wie ich finde, ist diese Art der Steuerung um einiges besser gelöst. Das auf den AirPod tippen fühlte sich für mich immer sehr unangenehm im Ohr an.

Die Steuerung ist wie von Apple bekannt recht simpel. Einfaches drücken für Play/Pause, doppeltes für den nächsten Titel und dreifach drücken für zurück. Haltet ihr den “Button” lange gedrückt wechselt ihr zwischen Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus hin & her.

In den Einstellungen könnt ihr beide AirPods mit unterschiedlichen Gesten belegen. In meinem Fall löste der linke AirPod Siri aus und der rechte wechselt zwischen den Modi. Siri lässt sich auch durch eine “Hey Siri” aktivieren, wie es auch schon bei den AirPods der zweiten Generation der Fall war.

In den Einstellungen ist es möglich einen Passformtest durchzuführen. Dabei spielen die AirPods eine kurze Melodie und testen so, mithilfe der innen liegenden Mikrofone, ob die von euch aufgesetzten Silikontips gut zu euren Ohren passen.

Durch einen langen druck auf den Lautstärkeregler im Kontrollzentrum gelangt ihr ein Menü, um von dort aus zwischen den verschiedenen Modi eurer AirPods zu wechseln. Hier habt ihr auch die Möglichkeit die Geräuschunterdrückung bzw. den Transparenzmodus komplett zu deaktivieren und die AirPods so als normale In-Ear Kopfhörer zu nutzen.

Batterielaufzeit

Die Batterielaufzeit hat sich gegenüber den AirPods nicht geändert. Ihr könnt mit aktivierter Geräuschunterdrückung die AirPods Pro 4,5h nutzen. Mit der Hilfe des Case kommt ihr auf 24 Stunden. 5 Minuten am Ladegeräte geben euch 1h Wiedergabe. Es ist als o alles bei alten geblieben. Die AirPods Pro kommen standardmäßig mit einem kabellosen Ladecase.

Preis

279 € müsst ihr für die AirPods Pro locker machen. Im Gegensatz zu den 179 € teuren AirPods ohne Ladecase bzw. 229 € mit Ladecase ist das ein Sprung nach oben. Ihr bekommt dafür aber auch einiges geboten.

Die “normalen” AirPods existieren weiterhin neben den AirPods Pro, was in meinen Augen auch Sinn ergibt. Denn nicht jeder möchte eine In-Ear Kopfhörer oder eine Geräuschunterdrückung. Viele schätzen die Lockerheit, die die normalen AirPods mit sich bringen und dass man seine Umgebung noch immer gut wahrnehmen kann.

Fazit

Für mich sind die AirPods Pro ein faszinierendes Stück Technik und eine sehr gute Weiterentwicklung gegenüber den AirPods, wenn Apple etwas kann dann gute Technik in den nur kleinstmöglichen Formfaktor zu bringen. Die Geräuschunterdrückung funktioniert für die Größe der AirPods außerordentlich gut und der Transparenzmodus gibt uns einen kleinen Blick in die Zukunft.

“AR-Hearing” ist ein Begriff den Apple mit den AirPods Pro oder dessen Nachfolger prägen kann. Eine Welt in der unsere Kopfhörer oder ein anderes Wearable entscheidet, was wir hören wollen und was nicht. Wenn wir angesprochen werden, werden diese Geräte entscheiden, die Geräuschunterdrückung zu deaktivieren um so unser gegenüber ohne unser zu tun verstehen zu können. Ich denke, all dies sind Puzzleteile, die Apple in Zukunft in ihrer Brille nutzen wird.

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