Going iPad only?!

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Seit längerem schon, spiele ich mit dem Gedanken, mein MacBook zu verkaufen und auf ein iPad umzusteigen. Doch bis vor einiger Zeit sah ich das iPad nie als vollwertigen Ersatz für ein MacBook an, da der Umgang z.B. mit Dateien mir immer komplizierter erschien.
Doch dieser Eindruck wurde mit der Vorstellung von iOS 11 weniger.
Man sieht, dass das iPad bei Apple ernster genommen wird und man daran arbeitet, das iPad so zu positionieren, dass es in Zukunft für viele Menschen als ernsthafter MacBook Ersatz dienen wird.

iOS 11

Als die erste Beta-Version von iOS 11 veröffentlicht wurde, musst ich diese direkt auf meinem iPad Air 2 installieren um zu sehen wie sich die neuen Funktionen fürs iPad anfühlen. Von der ersten Sekunde an war ich begeistert was uns Apple dort abgeliefert hat. Sei es die Verbesserung von SplitView, das Dock, welches nun aus jeder App heraus aufgerufen werden kann oder auch Drag & Drop.
Doch was mich am meisten erstaunte war die neue Files-App. Diese fühlt sich schon in der ersten Beta so gut an, das ich es kaum erwarten kann wie die Integrationen von Dritt-Apps aussehen. All diese Verbesserungen, lassen mich jetzt glauben, dass das iPad für mich mein MacBook Pro ersetzen kann.

Entscheidungshilfe

Doch ganz so schnell wollte ich diese Entscheidung dann nicht treffen. Ich wollte erst einmal schauen, was für Aufgaben ich denn so auf MacBook erledige und ob ich diese auch auf dem iPad erledigen kann. Dazu habe ich mir eine Liste erstellt um zu sehen was ich denn so am MacBook bewerkstellige:

  • Medienkonsum (iPad & Mac)
    • Spotify
    • Plex
    • Netflix
    • Amazon Prime Video
    • YouTube
  • Social Networks (iPad & Mac)
    • Tweetbot
    • Facebook
  • RSS-Feeds lesen
    • Mac: ReadKit
    • iPad: FieryFeeds
  • Haushaltsbuch führen
    • Mac: Numbers
    • iPad: Numbers
  • Passwörter verwalten
    • Mac: 1Password
    • iPad: 1Password
  • Server verwalten
    • Mac: Screen Sharing
    • iPad: Screens

Dabei fiel mir auf, dass ich viele Dinge schon manchmal auf dem iPad mache. In Zukunft hieße das für mich, diese Dinge einfach immer mit dem iPad zu erledigen, was kein großes Problem darstellen sollte.

  • Beiträge schreiben
    • Mac: Wordpress Web-Oberfläche
    • iPad: Wordpress App
  • Bilder bearbeiten
    • Mac: Pixelmator
    • iPad: Pixelmator
  • Videos schneiden
    • Mac: Final Cut Pro
    • iPad: iMovie
  • Webspace verwalten
    • Mac: ForkLift
    • iPad: Transmit
  • Unterlagen drucken
    • Mac: Printopia

Bei anderen Aufgaben wurde mir klar, dass ich diese Aufgaben einfach noch nie auf dem iPad gemacht habe und sie ausprobieren müsste.
Bilder bearbeite ich auf dem Mac mit Pixelmator. Es gibt auch eine iPad-App die ich zwar besitze, aber noch nie wirklich ausprobiert habe. Die ein bis zwei Urlaubsvideos, müsste ich versuchen mit iMovie zu schneiden. Und um meinen Webspace zu verwalten könnte ich Transmit nutzen.
Zum Drucken von Dokumenten, müsste ich unseren Drucker, den wir zurzeit nur aus dem Schrank holen wenn wir was drucken wollen, näher zum Server Mac mini stellen, um ihn dort fest anzuschließen. Auf dem Mac mini könnte ich dann Printopia installieren um den Drucker auch ohne AirPrint am iPad verfügbar zu machen.

  • Bankgeschäfte erledigen
    • Mac: MoneyMoney
    • iPad: Outbank

Der einzig Punkt auf der Liste, hat mit einer geeigneten Alternative zu MoneyMoney zu tun. In MoneyMoney habe ich all meine Kontoauszüge und auch Kategorien für meine Umsätze. Zur zeit nutze ich auf dem iPhone Outbank. Welches ich dann auch auf dem iPad nutzen müsste, doch leider bietet mir diese App nicht denselben Umfang. Mit Outbank mal schnell den Kontostand checken oder eine Überweisung zu tätigen ist & wäre kein Problem, doch die Verwaltung von Kontoauszügen gibt es nicht und die Kategorisierung von Umsätzen ist mit den sogenannten “Tags” eher rudimentär gelöst.
Hier müsste ich mich durch einige Banking-Apps schlagen, bis ich die für mich perfekte gefunden habe. Solange würde dann MoneyMoney auf meinem Mac mini weiterleben.

Bis auf den Online-Banking-Punkt hätte ich nichts, was ich nicht auf einem iPad machen könnte. Für diesen einen Punkt, müsste ich vorerst MoneyMoney weiter auf dem Mac mini laufen lassen und per VNC darauf zugreifen. Wäre natürlich nicht die schönste Lösung, würde aber funktionieren.
Ich hoffe einfach, dass es in Zukunft MoneyMoney für das iPad geben wird und damit auch der letzte Punkt von dieser Liste auf dem iPad erledigt werden könnte.

Fazit
Es gibt einen Punkt, von meinen Aufgaben die ich sonst so auf dem MacBook erledige, den ich nicht mit dem iPad direkt machen könnte. Doch dieser einer Punkt hält mich jetzt nicht davon ab, mein Macbook zu verkaufen und nur noch ein iPad zu benutzen. Denn all die Punkte die ich heute schon auf dem iPad erledigen kann, wiegen diesen einen negativ Punkt ein wenig auf.

10,5” vs. 12,9”

Jetzt wo ich sehe, dass ich in Zukunft fast alle meine Aufgaben auch auf einem iPad erledigen kann, muss ich mir die Frage stellen, welche Größe für mich die richtige ist. Ich versuche also mal die Vorteile und Nachteile, in meinen Augen, dieser beiden Größen darzustellen.

10,5”

Vorteile Nachteile
leichter weniger Platz für Apps auf dem Display
kleinere Formfaktor kleinere Tastatur
abstehende Kamera

12,9”

Vorteile Nachteile
zwei vollwertige iPad Apps nebeneinander größerer Formfaktor
größere Tastatur schwerer
ähnliche Größe wie ein MacBook
keine herausstehende Kamera

Wie ihr seht haben beide iPads ihre Vor- und Nachteile. Da das iPad aber mein 15” MacBook Pro ersetzen soll, möchte ich ungern auf den Platz verzichten.
Bei dem kleineren iPads fühle ich mich irgendwie eingeengt und nicht so produktiv. Ich verbinde mit den kleinen iPads in meinem Kopf, den einfach Medienkonsum auf einem Tablet. Anders sieht es da beim 12,9” aus, die Größe zeigt für mich, das ich dort ernsthafte Arbeit erledigen kann. Zudem kann ich dort zwei vollwertige iPad-Apps nebeneinander laufen lassen. Deshalb wird es für mich ein 12,9” iPad Pro werden. Um genauer zu sein die Wifi-Only Variante mit 256 GB.
Warum Wifi-only fragt ihr euch vielleicht. Mein jetziges iPad hat eine Simkarte drin, die ich so gut wie nie benutze und für die paar mal im Jahr wo ich eine Internetverbindung benötige, werde ich mit mein iPhone einfach einen Hotspot erstellen.
Die 256 GB hole ich mir, da ich einige Daten nicht nur in der iCloud speichern will, sonder auch lokal immer bereit liegen haben möchte.
Zubehör
Als nächstes stellt sich mir die Frage, nach dem Zubehör und was ich davon brauche.
Klickt man sich durch den Bestellprozess auf apple.de, kommt man an einen Punkt, wo Apple einem das passende Zubehör zu seinem neuen iPad anbietet. Zur Auswahl stehen dabei:

  • Apple Pencil
  • Smart Keyboard
  • Smart Cover
  • AppleCare+

Eins gleich vorweg, für mich wird vorerst keines dieser Produkte werden. Für den Apple Pencil habe ich zurzeit einfach nicht genügend Anwendungszwecke, das Smart Keyboard & Smart Cover sind mir zu teuer und AppleCare habe ich noch bei keinem meiner Apple Produkte dazu gekauft.
Trotzdem möchte ich mein neues iPad schützen und auch aufstellen. Deshalb werde ich mir eine Hülle von ESR zulegen, die dem Smart Case von Apple ähnelt. Mit ESR habe ich schon bei meinem iPhone & iPad Air gute Erfahrungen gemacht und der Preis ist mit 20€ mehr als okay.

Ich habe mir, wie ihr seht, einige Gedanken zum umstieg auf ein iPad gemacht und fand damit heraus, dass ich fast alle meine Aufgaben auch auf einem iPad erledigen kann. Dieser Artikel trifft jetzt nur auf mich zu. Aber wenn ihr auch mit dem Gedanken spielt aufs iPad zu wechseln, empfehle ich euch genauso wie ich, erst einmal zu schauen ob ihr wirklich all eure Aufgaben auch dort erledigen könnt. Mir hat es sehr geholfen. Mein iPad ist jetzt auf dem Weg zu mir und soll zwischen dem 01. & 08. August kommen.