Warum ich meinen WhatsApp-Account lösche

Nachdem ich dieses Jahr meinen Facebook- sowie meinen Instagram-Account gelöscht habe, überlege ich schon länger auch meinen WhatsApp-Account zu löschen. Warum? Das ist ganz einfach, ich möchte den Sammeltrieb von Facebook nicht weiter unterstützen. Dieser Konzern wurde mir über die letzten Jahr immer unsympathischer und dieses Jahr hat mir den letzten schupser gegeben.

Ich möchte euch mit diesem Beitrag auf keinen Fall bekehren und sagen ihr sollt jetzt alle Facebook, Instagram und WhatApp löschen, doch ich möchte euch etwas zum nachdenken anregen.

WhatsApp gehört zu Facebook

Was viele von euch vielleicht nicht wissen, WhatsApp gehört zu Facebook. Facebook hat den Dienst 2014 für 19 Milliarden US-Dollar gekauft. Seit 2016 hat Facebook Zugriff auf die persönlichen Nutzerdaten, die WhatsApp sammelt. Deutsche Nutzer wurden noch bis Mai 2018 verschont, doch dann galt auch diese Ausnahme nicht mehr.

Was ihr vielleicht auch nicht wisst, Facebook sammelt auch Daten, wenn ihr keinen Facebook-Account besitzt und zwar in sogenannten Schattenprofilen. Diese Schattenprofile werden automatisch angelegt wenn eure Bekannten ihre Adressbücher bei Facebook bzw. WhatsApp freigeben. Alles was in diesem Kontakt drin steht hat Facebook dann von euch, ohne das ihr euch je dort angemeldet habt. Diese Daten können eure Adresse oder euer Geburtstag sein.

WhatsApp ist doch aber kostenlos!

Nichts im Leben ist kostenlos und erst recht nicht WhatsApp. Hinter WhatsApp steht ein 28.000 Mitarbeiter starkes Entwicklerteam, welches bezahlt werden möchte. Sowie auch die ganze Server-Infrastruktur. WhatsApp kostet Facebook sehr viel Geld. Doch wie finanziert Facebook dann WhatsApp? Ganz einfach mit euren Daten.

Wie ist das Geschäftsmodell?

Das Geschäftsmodell ist einfach erklärt. Ihr gibt Facebook eure Daten wie Geschlecht, Alter, Adresse, Einkaufsverhalten, Kleidergröße u.v.m. Diese Daten werden dann an Dritte verkauft oder an Webtreibende um gezielt Werbung für euch zu schalten.

Wie kommt WhatsApp an diese Daten, obwohl alles verschlüsselt ist?

Die Verschlüsselung gilt nur für die Chatnachrichten. Trotzdem fallen wichtige auswertbare Daten bei der Benutzung von WhatsApp an, welche nicht verschlüsselt sind.

Zu diesen Daten zählen z. B.

  • Profilname
  • Telefonnummer
  • Profilbild
  • Kontaktdaten (Adresse, Geburtstag)
  • Standortdaten
  • Geräteinformationen (Betriebssystem, Gerätekennung, Mobilfunknetz)
  • Verbindungsdaten
  • Nutzungsverhalten (Wie häufig und lang ihr die App nutzt)
  • Metadaten von z.B. Fotos (darin sind Ort und Zeit vermerkt)

Diese ganzen Daten werden zu Facebook übertragen und dann an Dritte weitergegeben oder mit eurem Nutzerprofil verknüpft.

Die Zukunft von WhatsApp

Facebook plant laut Medienberichten zu folge in 2019 Werbung in WhatsApp zu schalten. Es ist also nur eine Frage der Zeit bis man Werbung in seinen Chatverläufen hat. Zudem möchte Facebook die Verschlüsselung “aufweichen” um auch die Chat-Nachrichten zu analysieren um damit noch passendere Werbung schalten zu können.

Die Alternativen

Ab 2019 werde ich nur noch via iMessage und Signal erreichbar sein. iMessage der Instant-Messaging-Dienst von Apple ist seit 2011 verfügbar und läuft auf allen aktuellen Apple-Geräten. Die gesamte Kommunikation über iMessage  ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt und Apple Kerngeschäft ist nicht der verkauf von Nutzerdaten oder Werbung, sondern Hard- und Software.

Signal ist ein freier verschlüsselter Messenger, der von der gemeinnützigen Signal-Stiftung entwickelt und betrieben wird. Die Ziele dieser Stiftung sind es Tools für eine sicheren Kommunikation zu entwickeln und so die Meinungsfreiheit zu fördern.

 

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